Rezensionen Helga König:

Rezensionen Helga König: Biografien, Bücher und DVD- Dokumentationen

Rezension: Ein Appell von #Shirin_Ebadi an die Welt- Das hat der Prophet nicht gemeint

Dieses überaus lesenswerte, kleine Büchlein enthält Texte der Friedensnobelpreisträgerin #Shirin_Ebadi. Die Iranerin, Juristin muslimischen Glaubens, ist eine mutige Kämpferin für Menschenrechte und Aktivistin für Frieden und Stabilität. 

Im ersten Teil des Werkes kann man sich in die Gedankenwelt von Shirin Ebadi vertiefen. Im dann folgenden Part informiert Gudrun Harrer, Islam- und Politikwissenschaftlerin, Nahostexpertin sowie Journalistin bei der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" über die Friedensnobelpreisträgerin, die sie als "Die Unbeugsame" bezeichnet.

Shirin Ebadi wurde am 21. Juni 1947 in Hamadan geboren und wuchs in Teheran auf.  Seit 2009 lebt sie im Exil in Großbritannien. Ihr Ehemann wurde 2010 im Iran gefoltert, weil man ihn dazu bringen wollte, sie zu denunzieren. Seit jenen Tagen hat sie ihn nur noch einmal gesehen. 

Harrer schreibt von Shirin Ebadis vorrevolutionärer Jugend als Tochter aus gebildetem Hause. Bereits 1971 bewarb sie sich als Richterin, promovierte ein Jahr später und wurde 1975 Präsidentin des Teheraner Stadtgerichts. Man erfährt, weshalb sie anfangs keine Sensorik dafür entwickelt hatte, dass die Rolle der schiitischen Geistlichkeit bei der Revolution eine Gefahr für die Zukunft des Iran verkörperte, liest auch wie die Richterin nach der Machtübernahme Khomeinis kaltgestellt wurde und wie sie schließlich zur Menschenanwältin wurde.

Im Jahre 1995 wurde Ebadi Mitbegründerin des Vereins für die Unterstützung der Kinderrechte. Wie es dazu kam, dass sie mit dem Friedennobelpreis ausgezeichnet wurde,  beschreibt Gudrun Harrer am Ende ihre Porträts. 

Ich empfehle das Porträt Shirin Ebadis von Harrer zuerst zu lesen und sich danach die Gedanken der Friedensnobelpreisträgerin zu Gemüte zu führen, weil man vor dem Hintergrund ihrer Vita ihr Denken noch besser versteht. 

Sie äußert sich u.a. zu Gerechtigkeit, dem Frausein, der Liebe, dem Leben, der Unabhängigkeit, der Gewalt, der Wirtschaft, der Globalisierung, dem Frieden, dem Islam, dem Fortschritt, der Kommunikation und der Widerstandskraft. 

Für sie ist es keine Frage, dass alle Religionen eine gemeinsame Wurzel haben und der Islam so interpretiert werden muss, dass er sowohl die Menschenrechte als auch die Demokratie akzeptiert. Dies sei möglich, so Ebadis. Sie habe es der iranischen Regierung mehrfach aufgezeigt. Und genau aus diesem Grunde habe man das Todesurteil über sie verhängt. 

Für diese kluge Frau ist es klar, dass Fortschritt nur durch gute Kommunikation erreicht werden kann und man Frieden nur dann schafft, wenn die Produktion und Verbreitung von Waffen eingeschränkt wird. 

Sie sagt unmissverständlich für alle, dass die radikalen Islamisten mit ihrem Fundamentalismus und Extremismus eine völlig falsche Ideologie vermitteln und  manche junge Europäer mit Migrationshintergrund nur deshalb Terroristen werden, weil sie keine Ahnung vom Koran haben. Sie gehen demnach Extremisten auf den Leim, weil sie eine extremistische Ideologie nicht von Religion unterscheiden können.

Shirin Ebadis Botschaft an ihre Geschlechtsgenossinnen: "Frauen und Männer, die sich unterdrückt fühlen und in Angst leben, müssen sich befreien. Von ihren Vätern, Ehemännern, Brüdern. Mädchen müssen sichergehen, dass sie Ausbildung bekommen. Sie müssen sich Kompetenzen aneignen, die ihnen die Möglichkeit geben, Jobs nachzugehen und wirtschaftlich unabhängig zu sein. Eine Frau, die wirtschaftlich abhängig ist, wird nie ein Selbstwertgefühl entwickeln. Eine Frau, die kein Selbstwertgefühl hat, riskiert immer, ein Opfer zu werden“

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Weimarer Persönlichkeiten- Ulrich Völkel (HG.)

Herausgeber dieses bemerkenswerten Buches ist der seit 2001 in Weimar lebende Schriftsteller und Lektor  UIrich Völkel. 

Wer Weimar schätzt oder gar liebt und sich mit den Protagonisten dieser Stadt aus unterschiedlichen Jahrhunderten näher befassen möchte, sollte dieses Nachschlagewerk immer wieder zur Hand nehmen, denn hier warten 350 Beiträge darauf, gelesen zu werden. Die Personen, um die es in den Texten geht, haben alle über einen gewissen Zeitraum hinweg in Weimar gelebt oder  die Stadt zumindest besucht oder ihre Werke dort präsentiert. 

Neben den spannend zu lesenden Beiträgen, umfasst das Buch eine Fülle von Abbildungen, die selbst Weimarkennern nicht immer bekannt sein dürften. Dabei ist das Werk alphabetisch angelegt und beginnt mit Anmerkungen zu Hermann Abendroth, einem aus Frankfurt stammenden Komponisten und Dirigenten, der bereits als Student die Leitung des Münchner Orchestervereins übernahm und nach dem 2. Weltkrieg die Stelle als musikalischer Oberleiter der Weimarischen Staatskapelle begleitet hat. Er zählt wie viele andere Personen, die im Buch zur Sprache kommen, zu den Ehrenbürgern der Stadt. 

Natürlich erfährt man Wissenswertes über Anna Amalia, auch Bettina von Arnim bleibt nicht ausgespart und selbstverständlich liest man von den  großen Musikern und Dichtern, die zeitweilig oder fast ihr gesamtes Leben hindurch in Weimar lebten. Unbekannt war mir bislang, dass Marlene Dietrich 1918 an der Musikhochschule in Weimar eine Ausbildung als Konzertgeigerin begann, später dann das Studium in Berlin fortsetzte, bevor sie Schauspielunterricht bekam und zu diesem Zeitpunkt schon seitens des Theaterregisseurs Max Reinhardt am Deutschen Theater engagiert war. All dies gehört zudem Persönlichkeitsmosaik "Weimar", der Stadt, die 1999  zur Kulturhauptstadt Europas gekürt wurde.

Zu Goethes Zeiten zog es viele Kulturinteressierte nach Weimar, doch auch zu Zeiten Liszts und des Bauhauses, war Weimar der "In-Place"   aller Kulturinteressierten und Kulturschaffenden. 

Weimarer Hofdamen lernt man kennen, wird  zudem über Iffland, Caroline Jagemann und Jean Paul informiert, erfährt, dass Franz Kafka 1912 den Ort bereiste und liest als Goethe-Fan nichts Neues, wenn man darauf stößt, dass Thomas Mann anlässlich Goethes 200. Geburtstags in Weimar weilte und die Ehrenbürgerwürde der Stadt erhielt. Auch Rilke übrigens ließ sich Weimar nicht entgehen.

Jorge Semprún, der einstige Widerstandskämpfer und spätere spanische Kulturminister wurde 1944 von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert, ein Schreckensort, der unweit von Weimar gelegen ist.   Es ist lobenswert, dass man Buchenwald nicht  ausgeklammert hat.

Natürlich wurde Charlotte von Stein nicht vergessen und auch Henry van de Velde nicht.  Sogar einen Blick in Christiane von Goethes Geburtshaus darf man werfen und freut sich, zu lesen, dass sie eine natürliche Intelligenz und vor allem Herzensbildung besaß, "die dem überragenden Geist Goethes lebenslange Zuneigung und Respekt abforderte."

Ob dieser Satz Charlotte und der Weimarer Hofgesellschaft gefallen hätte, sei dahingestellt.  Er zeigt, dass der Herausgeber an alten Legenden nicht weiter festhält und geerdete Geschichtsdarstellung betreibt.


Ein sehr empfehlenswertes Buch 

Helga König

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Rezension: Goethe im Wahnsinn der Liebe- Band 2 "Tassos" Botschaft- Veit Noll

 Goethe im Wahnsinn der Liebe 
Band 2 "Tassos" Botschaft
Der Autor Veit Noll legt mit dem 2. Band "Goethe im Wahnsinn der Liebe", der den Titel "Tassos" Botschaft trägt, ein Buch vor, das anhand der Textanalyse von Goethes Schauspiel "Tasso" verdeutlicht, dass eines seiner Motive, Weimar zu verlassen und nach Rom zu gehen, möglicherweise darin bestand, sich des emotionalen, vielleicht auch erotischen Zugriffs der Fürstin Anna Amalia zu entziehen. 

Zu Eckermann sagt Goethe im Mai 1827 in Bezug auf die kritische Beurteilungen des Tasso seitens des französischen Kritikers J. J. Ampère: "Wie richtig hat er bemerkt, dass ich in den ersten zehn Jahren meines weimarischen Dienst- und Hoflebens so gut wie gar nichts gemacht, dass die Verzweiflung mich nach Italien getrieben, und dass ich dort mit neuer Lust zum Schaffen die Geschichte des Tasso ergriffen, um mich in Behandlung dieses angemessenen Stoffes von demjenigen frei zu machen, was mir noch aus meinen weimarischen Eindrücken und Erinnerungen Schmerzliches und Lästiges anklebte. Sehr treffend nennt er daher auch den Tasso einen gesteigerten Werther."

Der Dichter wiederholt Eckermann gegenüber am 10. Februar 1829 erneut, dass er in den ersten zehn Jahren seiner Weimarer Zeit nichts bedeutendes Poetisches hervorbrachte und fügt hinzu, dass er stattdessen die Jahre durch "Liebschaften verdüstert" habe. Goethe gesteht Eckermann also "mehrere" Liebschaften in besagter Phase. 

Seine Beziehung zu Charlotte von Stein ist allseits bekannt. Seine mögliche Liebschaft zu Anna Amalia liest Noll nicht zuletzt aus dessen "Torquato Tasso" heraus.

Bevor man sich in die Überlegungen Veit Nolls vertieft, empfiehlt es sich,  die beigefügten Bilder genauer zu betrachten, um sich auch visuell mit der Zeit und verschiedenen Personen auseinanderzusetzen, um die es hier geht. 

Anna Amalia, die Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach war bereits Witwe als Goethe sie kennen lernte. Sie war  um 10 Jahre älter als er. Seine große Liebe Charlotte von Stein wurde übrigens 7 Jahre vor ihm geboren.  Ein Problem mit älteren Frauen als Liebesobjekten hatte er demnach nicht.

Mit der Mäzenin Anna Amalia verband ihn wie  Noll hervorhebt, ein großes Interesse an der Kunst der Antike, an Winkelmanns Erkenntnissen und der Musik in Italien. Anna Amalias Aufforderung an ihn  einem gemeinsamen Aufenthalt in Rom nachzukommen, hätte ihn eigentlich begeistern müssen, wenn da keine emotionalen Hindernisse dagegen gestanden hätten.  Goethe soll sich, wie der Autor die Leser wissen lässt, beharrlich geweigert haben, Anna Amalia in Italien aufzusuchen und sich mit seiner Korrespondenz zurück gehalten haben. 

Der Dichter selbst weilte bekanntermaßen von 1786- 1788 in Italien und vollendete 1789 seinen "Tasso". Goethe, der Italien liebte, und seinen Freunden in Rom und Neapel seine Wiederkehr versprochen hatte, löste das Versprechen nicht ein, sondern reiste nur bis Venedig. Er scheute offenbar die Nähe der Fürstin. Dass die Ursache hierfür eine vormalige Affäre, die er nicht mehr auflodern lassen wollte, gewesen sein könnte, halte ich nach den Überlegungen des Autors durchaus für denkbar. 

Veit Noll stellt einige wichtige Fragen zu Goethes sonderbarem Verhalten, Anna Amalia keinesfalls in Rom zu begegnen, die ich für sehr zielführend halte im Hinblick auf Goethes Gefühlslage. 

Der Dichter Torquato Tasso, mit dem sich Goethe in seinem Werk beschäftigt, ist eine historische Gestalt aus der Renaissancezeit. Er kam 1565 an den Hof der Este nach Ferrara. Dort traten zehn Jahre später erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung auf, in deren Zusammenhang er so gewalttätig wurde, dass man ihn in einem Kloster isolierte, aus dem er aber floh und schließlich in ein "Irrenhaus" eingesperrt wurde. 

Goethes "Tasso" spielt in Belriguardo, einem Lustschloss von Alfons II., dem Herzog von Ferrara. Thema des Dramas sind neben der Liebe des jungen Tasso zu Leonore, der Prinzessin von Este, der Schwester des Herzogs - die Rolle des Dichters in der höfischen Gesellschaft. 

Leider ist es unmöglich, im Rahmen dieser Rezension auf das Drama "Tasso" ausführlich wissenschaftlich einzugehen und gewissermaßen eine Rezension über die einzelnen Überlegungen Nolls zu diesem Werk Goethes anzufertigen, weil dies einer Seminararbeit an der Uni gleichkäme. Gesagt aber werden kann, dass es sich für Germanisten, die eine Seminararbeit über den Tasso anfertigen wollen, durchaus lohnt, sich auch mit Veit Nolls Ansatz zu befassen, zumal er sehr wissenschaftlich mit vielen Fußnoten seine Betrachtungen vervollständigt hat. 

Veit Noll sieht Leonore gedoppelt als zwei Seiten von Anna-Amalia, während Charlotte von Stein als ungenannte Perle erscheint.

Goethes Tasso II soll in erster Linie eine Botschaft an Anna Amalia gewesen sein,  in der er ihr subtil unterbreitet, dass er sie nicht liebe. Diese Botschaft übermittelte Goethe indirekt als Abschrift von Caroline Herder an Anna Amalia. Johann Gottfried Herder las sie in Tivoli vor, woraufhin Anna Amalia sichtbar betroffen reagierte. Auf der im Buch beigefügten Abbildung von Johann Georg Schütz wird der Kummer der Fürstin deutlich. 

Die Beziehung Goethes zu Anna Amalia scheint alles in allem nicht einfach gewesen zu sein und lässt erahnen wie kompliziert die Rolle des jungen Dichters in Weimar gewesen sein muss,  gerade was Abhängigkeiten als "Mätresserich" anbelangte, der sich zu entwinden und gleichzeitig Freund am Hofe zu bleiben, gewiss viel diplomatischen Geschick erforderlich machte.

Das spannend zu lesende Buch macht bereits neugierig auf das nächste, weil Veit Noll dann abermals dem Verhältnis zwischen Goethe und Anna Amalia nachspürt und zwar im Hinblick auf dessen Italienreise, den Italienaufenthalt und seine Dichtung.  Der Autor verspricht dem Leser schon jetzt neue Erkenntnisse zur Liebe und zur Denkweise des Dichters, der als Apoll von Weimar viel Platz für Recherchen ermöglicht, die aufhorchen lassen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Goethe im Wahnsinn der Liebe
Band 2: Tassos Botschaft
ISBN; 978-3-9816669-4-6

forschungsverlag. de

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Rezension: Königin Luise- Bilder und Briefe- Insel-Bücherei

Dieses Büchlein ist eine Hommage an Königin Luise von Preußen, die am 10.3.1776 in Hannover als Luise von Mecklenburg-Strelitz geboren wurde. 

Bilder ihrer Eltern, ihrer Großmutter und ihrer Erzieherin verschaffen erste Eindrücke und Briefe an ihre Schwester Therese, Fürstin von Thurn und Taxis,  lassen vage erkennen, um welche Persönlichkeit es sich hier handelte. Wie es dazu kam, dass der Kronprinz von Preußen Luise kennen lernte, erfährt man beinahe nebenbei, kann Johann Gottfried Schadows berühmtes Meisterwerk "Das Doppeltstandbild der beiden Schwestern Luise und Friederike" bewundern, auch Briefe von Luise an den Kronprinzen und späteren König lesen, sogar ihr Trauring bestaunen und lernt Prinz Louis Ferdinand von Preußen kennen, der ihr den Hof machte, 

Einen ihrer Briefe finde ich besonders bemerkenswert. Es ist ein Briefentwurf an Alexander I. , den sie am 8. September 1808 schrieb. Hier warnt sie den russischen Zaren vor Napoleon, mit dem er sich treffen will: "Ich beschwöre Sie, lieber Vetter, mit aller Innigkeit, deren meine Freundschaft fähig ist, seien Sie auf der Hut vor diesem gewandten Lügner, und hören Sie auf meine Stimme, die nur für Sie spricht…": "Lassen Sie sich nicht zu Unternehmungen gegen Österreich hinreißen“…. "weisen Sie jene teuflischen Pläne ab; geben Sie ihm Gesetze, die durch die Humanität diktiert sind und die Unglücklichen erheben. Die Welt urteilt nach Erfolgen."

Ein wunderbares Bändchen über die Frau, die heute vor 240 Jahren das Licht der Welt erblickte. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: #Kopernikus – Revolutionär des Himmels- #John_Freely- #Klett_Cotta

  
Autor dieses bemerkenswerten Buches ist John Freely. Der in Brooklyn geborene Physiker lehrt in Istanbul Physik und Wissenschaftsgeschichte. Zudem schreibt er eine Vielzahl von Reise- und Sachbüchern. 

Im Herbst 2015 ist bei Klett –Cotta die spannend zu lesende Biographie über den Ostpreußen Nicolaus Kopernikus (1473- 1543) erschienen. Dieser Universalgelehrte stellte in der Frührenaissance die bahnbrechende Hypothese auf, wonach die Erde und die übrigen Planeten die Sonne umkreisen. Mit besagter Hypothese brach er mit der geozentrischen Kosmologie. Sie hatte seit der Antike das Weltbild bestimmt. 

Seine heliozentrische Theorie veröffentlichte der Kopernikus 1543 in der Schrift "De revolutionibus". Diese führte zur sogenannten Kopernikanische Wende, die  Freely ausführlich erläutert. Zunächst wurde seine heliozentrische Astronomie nur von Kepler und Galileo akzeptiert. Auf diese Weise nahm sie Einfluss auf die wissenschaftliche Revolution im 17. Jahrhundert, die im neuen Weltbild Isaac Newtons, dem Beginn der modernen Wissenschaften, ihren Höhepunkt fanden. 

Das Buch erzählt die Lebens- und Schaffensgeschichte des bedeutenden Mannes, der einer der größten Universalgelehrten seiner Zeit und neben dem Philosophen Immanuel Kant  eine der wohl berühmtesten Persönlichkeiten Ostpreußens war.

Der sehr zurückgezogen lebende Domherr Kopernikus befasste sich mit Medizin, Sprachwissenschaften, Jura, Diplomatie, Politik, Mathematik, Naturwissenschaften, Kunst, Theologie und Astronomie und vereinte die die Erkenntnisse der Antike, der mittelalterlich-islamischen Welt mit den neuzeitlichen Naturwissenschaften. 

Ein erhellendes Buch über den Mann, der am 19. Februar  2016 vor 543 Jahren die Welt erblickte und  sie  durch seine Erkenntnisse wesentlich bereicherte.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Das Buch ist im Fachhandel erhältlich
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Rezension: Die Suffragetten -Sie wollten wählen und wurden ausgelacht- Antonia Meiners (Hrsg.) Elisabeth Sandmann

Rechtzeitig zum Start des Films "Suffragette", der im Februar in das Deutsche Kino kommt,  wurde seitens Antonia Meiners im Elisabeth Sandmann Verlag das Buch "Die Suffragetten" herausgegeben. Im Film mimt die legendäre Meryl Streep die berühmte Suffragette Emmeline Pankhurst, eine der Gründerinnen der britischen Frauenbewegung, deren Kampf für das Frauenwahlrecht die Leser staunen lässt. 

Ihr Buch untergliedert Meiners in drei Abschnitte. Dort stellt sie 26 Kurzporträts  von namhaften Frauenrechtlerinnen vor. 

Frauen der ersten Stunde 
Die Sozialistinnen 
Die Radikalen 

Mit Olympe de Gouges (1748- 1793) und Mary Wollstonecraft (1759- 1797) beginnt der Reigen und dokumentiert, das die Französische Revolution den Frauen  leider nicht zu ihren Rechten verholfen hatte. Diese mussten sie sich in den Jahrhunderten danach unter harten Bedingungen erst selbst erkämpfen. 

Im ausführlichen Vorwort listet die Herausgeberin jene Forderungen der Frauenbewegung auf, die alle Strömungen vereinten. Diese Forderungen skizziert sie  lobenswert einprägsam. Es handelt sich dabei um:

Recht der Frau auf Erwerbstätigkeit 
Verbesserung der Mädchenbildung 
Gleichstellung von Frauen und Männern vor dem Gesetz 
Bekämpfung bürgerlicher Doppelmoral 
Politisches Mitspracherecht 

In den drei Abschnitten sind die wesentlichen Gedanken der jeweiligen Protagonisten  den dann folgenden Kurzbiographien vorgeschaltet, damit man   schon in etwa weiß, worum es in der Folge geht. 

Neben Gemäldeablichtungen und alten Fotos der Frauenrechtlerinnen erhält man Einblicke in Originaltexte und Schriften der klugen Damen und es werden zudem immer auch Zitate hervorgehoben, die die Leser und Leserinnen beim ersten Durchblättern des Buches neugierig auf die Texte machen. 

Beispiele:

 "Wenn man den weiblichen Verstand schärft, indem man ihn bildet, ist Schluss mit dem blinden Gehorsam" Mary Wollstonecraft – (1759- 1797) 

"Wenn das Endziel der Frauenbewegung einmal erreicht ist, so wird es kein führendes Geschlecht mehr geben, sondern nur noch führende Persönlichkeiten" (Helene Lange, 1848-1930) 

Bücher mit  Lebensbeschreibungen  über Suffragetten gibt es nicht wenige. Was für den Kauf dieses Buches spricht, sind nicht nur die gut recherchierten  Kurzbiografien, sondern auch die eingestreuten Textauszüge der blitzgescheiten Frauen von einst. 

Das passive und aktive Wahlrecht war eines der grundsätzlichen Anliegen der Frauenbewegung. In der Auflistung der Daten zur Einführung des Frauenwahlrechts zum Schluss, darf man mit Verwunderung registrieren, dass Liechtenstein erst 1984 den Frauen das Wahlrecht zubilligte und auch die Schweiz sich lange Zeit ließ. Dort durften die Frauen erstmals 1971 zur Wahl gehen, in Finnland bereits 1906. 

Gefallen hat mir nachstehendes Zitat, das von Rosa Mayreder stammt: 

"Man wird erst wissen, was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr vorgeschrieben wird, was sie sein sollen."

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Marixwissen- 100 Menschen die inspirieren und ohne die unsere Welt nicht unsere wäre.

Wie die sozialen Netzwerke und hier im Speziellen Twitter dokumentieren, besteht ein reges Interesse an Inspirationen durch Gedanken namhafter Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Täglich werden Tausende von Zitaten getwittert, die gewiss den ein oder anderen zum Nachdenken anregen oder sogar zu Verhaltensänderungen führen. 

Wer sich über das Leben solcher Persönlichkeiten kundig machen möchte, wird in diesem Buch durch  sehr gut recherchierte Kurzbiographien  darüber aufgeklärt, welche Lebenskrisen viele dieser Menschen durchleben mussten, um so weise zu werden, wie es ihre Sentenzen oft dokumentieren. 

Die spannend zu lesenden Lebensbeschreibungen sind in die Rubriken 
Antike und Mittelalter 
Renaissance und Aufklärung 
Das 19. und frühe 20. Jahrhundert 
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts 
untergliedert. 

Alle Kurzbiographien umfassen jeweils etwa drei Seiten. Dabei ist man erstaunt,  wie sehr doch trotz der knapp bemessenen Seitenanzahl in die Tiefe gegangen wird. Das gilt für das Leben Johann Wolfgang von Goethes gleichermaßen wie für das Leben und Wirken Hegels, Bertha von Suttners, Rabindranath Tagores und für all die anderen, die für dieses Werk ausgewählt wurden. 

Ein sehr gutes Buch, das ich gerne weiterempfehle. 

Helga König

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Rezension: #Unbeugsame_Lehrerinnen- Frauen mit Weitblick- Luise_Berg_Ehlers- Eilsabeth_Sandmann

Die Autorin dieses spannenden Buches ist Dr. Luise Berg-Ehlers. Nach ihrer Promotion über Theodor Fontane war sie 40 Jahre im Schuldienst und in der Lehrerausbildung tätig. Dabei leitete sie 25 Jahre hindurch ein Gymnasium in Bochum. 

Ihr Werk "Unbeugsame Lehrerinnen" hat sie in fünf Kapitel untergliedert. Diesen ist eine aufschlussreiche Einleitung vorangestellt. Hier lässt sie die Leser gleich zu Beginn wissen, dass in den letzten 200 Jahren Lehrerinnen bzw. Frauen, die es werden wollten "im Kampf gegen Spott, Unterdrückung, Diffamierung, gegen Schwierigkeiten aller Art größte Entschiedenheit, Durchsetzungskraft und Stärke bewiesen." Ein ursächliches Motiv dafür,  scheint eine Aussage in einem Brief des Apostel Paulus zu sein. Er schrieb: "Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht (…) sie soll sich still verhalten." ( 1. Tim 2,12). 

Es waren Humanisten wie Erasmus von Rotterdam und Thomas More, die auf die Notwendigkeit hinwiesen, dass Töchter genau wie Söhne eine umfassende Bildung und Erziehung bekommen sollten. Doch leider war die gängige Vorstellung eine andere. Man unterstellte, dass Mädchen aufgrund ihrer psychischen und physischen Disposition unfähig seien, den intellektuellen Anforderungen des Unterrichts zu entsprechen, aber auch nicht in der Lage seien ähnlich wie Männer ausgebildete Lehrer zu sein. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein mussten Frauen für Bildung, Gleichberechtigung und Unabhängigkeit kämpfen. Ohne jene Kämpferinnen würde es die weibliche Emanzipation vermutlich heute noch nicht geben. Deshalb auch hat die Autorin den entscheidenden Beitrag, den Lehrerinnen im Hinblick auf die Emanzipation der Frau geleistet haben, besonders gewürdigt. 

Unbeugsam waren Lehrerinnen in vergangenen Zeiten deshalb schon, weil sie mehr Bildung, mehr Selbstständigkeit, mehr Unabhängigkeit und vor allem mehr Rechte anstrebten. All die Frauen, die im Buch genannt und deren Wirken beschrieben ist, an dieser Stelle zu erwähnen, ist unmöglich, deshalb werde ich mich auf einige beschränken, die in meinen Augen besonders hervorgehoben werden sollten. 

Eine wesentliche Voraussetzung für jene Erzieherinnen, die man als "Gouvernanten" bezeichnete und die noch keine pädagogische Ausbildung vorweisen konnten, war die Erfahrung einer sozialen Katastrophe. Es waren nicht selten junge französische Aristokratinnen, die nach 1789 nach England flohen, um der Guillotine zu entgehen und deshalb in den Dienst ihrer Standesgenossen eintraten. Die Tätigkeit der Gouvernante soll sehr anstrengend und die soziale Stellung ungenau definiert gewesen sein. Man lernt einige diese Erzieherinnen kennen und kann sich ein Bild davon machen, wie Arbeit und Leben dieser Damen aussah. 

Auch von der späteren Friedensnobelpreisträgerin Berta von Suttner (1843-1914) und ihrer Gouvernantentätigkeit liest man. Das Engagement von Frauen wie Mary Wollstonecraft (1759- 1797) und Olympe de Gouges (1748- 1793) bleibt ebenfalls nicht ausgespart und es kommen viele andere Frauen, die man mit dem Begriff Frauenrechtlerinnen in Verbindung bringt, zur Sprache. Man staunt, dass es sich stets, um mutige Lehrerinnen handelte. 

Betty Gleim (1781- 1827) war eine der ersten, die sich publizistisch zu Fragen von Erziehung und Unterricht äußerten. Ihr Ziel war es, Mädchen in Bremen "gebildet, engagiert, selbstständig und auch sportlich" zu erziehen. Hedwig Dohm bleibt nicht unerwähnt und man kann einen Einblick in einen ihrer polemischen Texte nehmen, wird zudem mit Helene Lange vertraut gemacht, die im Jahre 1872 ihr Lehrerexamen ablegte und später als Lehrerin in Berlin an Höheren Töchterschulen unterrichtete. Auch hier hat man Gelegenheit aus einer ihrer Schriften einen Auszug zu lesen, um so auf Tuchfühlung zu ihrem Denken zu gelangen. 

Besonders spannend finde ich das 4. Kapitel mit dem Titel "Das Jahrhundert der Lehrerinnen". Hier werden auch Frauen wie Franziska Gräfin zu Reventlow, Simone de Beauvoir, Anna Freud, Selma Lagerlöf und Joanne K. Rowling und andere vorgestellt, die ihren Lehrerberuf stets nur kurz ausübten, um anschließend als Schriftstellerinnen von sich Reden zu machen. Mit dem Kapitel über Lehrerinnen in Literatur und Film  dann findet das Werk seinen gelungenen Abschluss. 

Ein gutes Buch, das sehr nachdenklich stimmt, weil es erneut zeigt, wie viele Steine Frauen über Jahrhunderte in den Weg gelegt wurden, wenn sie Sinnstiftendes in der Gesellschaft vorantreiben wollten 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Frauen in Rheinhessen 1816 bis heute- Susanne Kern, Petra Plättner (Hrsg.)

Den Begriff Rheinhessen assoziierte ich bislang in erster Linie mit guten Weingütern, einer malerischen Landschaft und mit einigen sehr bemerkenswerten, historisch gewachsenen Orten, wie Worms, Oppenheim, Nierstein oder Ingelheim.

Über namhafte weibliche Persönlichkeiten vergangener Tage, die in dieser Region lebten, wusste ich bislang nur wenig, sieht man mal von der Schriftstellerin Anna Seghers (1900-1983) und von der Räuberbraut Juliana Bläsius (1781-1851) ab. 

Zur Geschichte Rheinhessens zählen nicht nur große Autorinnen, sondern auch Frauen, die auf anderen Gebieten Bedeutendes geleistet haben. Über solche Persönlichkeiten kann man sich im Buch im Rahmen von Kurzbiographien kundig machen. Der Zeitraum ist allerdings begrenzt von 1816 bis heute. 

Die Kurzbiographien wurden von unterschiedlichen zumeist promovierten Autoren verfasst, über die man im Autorenverzeichnis zu Ende des Buches Näheres in Erfahrung bringen kann. Ein Bild der jeweiligen Protagonistin wurde auch nicht vergessen und zudem ist jeder Lebensbeschreibung ein Literatur- und Quellenverzeichnis beigegeben. 

Wohltäterinnen, Schriftstellerinnen, Künstlerinnen, eine Kinderärztin, eine Widerstandskämpferin und weitere Frauen, mit anderen Berufungen sind hier versammelt, um Zeugnis abzulegen, dass die Geschichte Rheinhessens nicht nur von Männern gemacht worden ist. 

Schockiert war ich im Rahmen der Kurzbiografie über Anna Seghers, ein Foto des Konzentrationslagers in Osthofen zu sehen und zwar bereits aus dem Jahre 1933. Wer Anna Seghers "Das siebte Kreuz" gelesen hat, weiß um diesen Schandfleck Osthofens, weil er im Roman eine essentielle Rolle spielt. Bei vielen ist dieser Gräuelort leider in Vergessenheit geraten, was ich als schweren Fehler erachte. Vergessen eröffnet die Möglichkeit erneut in gleicher Weise zu agieren. Das muss man bedenken. Ein Vergessen im Hinblick auf die NS- Mörderbande und ihre Verbrechen darf es niemals geben.

Die Lebensgeschichten von Menschen nachzuspüren, um ihre Entscheidungen zu verstehen und vielleicht ein wenig daraus zu lernen, macht es immer wieder spannend solche Biographien zu lesen, speziell wenn sie so gut und nachdenklich verfasst worden sind, wie in diesem Werk.

Mut  und ein gutes Herz hatten nicht wenige der thematisierten Frauen. Das macht die Protagonistinnen so überaus sympatisch.

Empfehlenswert

Helga König

Rezension Peter J. König: #Die_ Quandts - Deutschlands erfolgreichste Unternehmerfamilie- Rüdiger Jungbluth -Campus

Der #Wirtschaftsjournalist #Rüdiger_Jungbluth hat erneut ein Buch über die Unternehmer-Dynastie #Quandt im Campus-Verlag veröffentlicht, nachdem er bereits im Jahre 2002 eine Biografie über die Familie Quandt geschrieben hatte. Ging es damals zunächst um die früheren Generationen, ist dieses Buch bis in die jüngste Erben-Generation recherchiert. Dabei wurde Rechnung getragen den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Familie Quandt einem unabhängigen Historiker in Auftrag gegeben hatte, nicht zuletzt, um die Verstrickungen des Großvaters mit dem damaligen "Dritten Reich" offen zu legen.

Die heute wohl bekanntesten Repräsentanten der Familie Quandt sind die beiden Enkelkinder #Susanne_Klatten und #Stephan_Quandt, die nach dem kürzlichen Tod ihrer Mutter #Johanna_Quandt jetzt über ein riesiges Vermögen verfügen. Neben der gemeinsamen #Aktienmehrheit bei #BMW haben beide Kinder getrennt voneinander eine Vielzahl von Beteiligungen an weiteren Groß-Unternehmen. Ihr Vermögen beläuft sich jeweils auf viele #Milliarden und ist verstreut über fast alle westlichen Industrie-Nationen. 

Wie es dazu kam, das schildert der Autor Rüdiger Jungbluth sehr anschaulich, wobei es gar nicht einfach ist, die weit verzweigten Aktivitäten der jeweiligen Unternehmer-Generationen nach zu vollziehen. Ob man es glaubt oder nicht, die Quandts haben auch einmal klein angefangen vor mehreren Generationen und zwar mit einer kleinen Fabrikation in Brandenburg. #Emil_Quandt hatte als Lehrling in der Tuchfabrik der Gebrüder Draeger in Pritzwalk begonnen zu arbeiten. Mit Fleiß und Überblick gewann er nicht nur das #Vertrauen der #Firmeninhaber, sondern auch das Herz ihrer Tochter. 

Als Ehemann wurde er Teilhaber, bald war er für die Geschicke des Unternehmens führend verantwortlich. Uniformtuch war im Kaiserreich um das Jahr 1880 sehr gesucht, Emil Quandt produzierte in großem Umfang für die Kaiserliche Marine. Damit begann der Aufstieg der Dynastie Quandt, der in der Folge geradezu einmalig werden sollte, zumal man sich intensiv im aufstrebenden Technologie-Bereich engagiert hat. Alles hier aufzuzählen,  würde wahrhaft den Rahmen dieser Rezension sprengen. 

#Firmenkäufe und #Beteiligungen waren schon von Anfang an das Rezept das Vermögen zu mehren. Kluge, vorausschauende Entscheidungen haben oft geholfen,  drohende Abstürze zu vermeiden. Dass es dabei auch immer mit harten Bandagen zuging, versteht jeder, der sich im Wirtschaftsleben auskennt. 

Mit #Günther_Quandt trat ein knallharter Geschäftsmann die Nachfolge an, der als einer der größten #Rüstungsproduzenten der Nazis riesige Gewinne generierte und diese erneut gewinnbringend in ein Firmen-Konglomerat angelegt hat. Seine erste Frau war übrigens #Magda_Ritschel, die nach der Scheidung 1929 zwei Jahre später den Ober-Propagandisten der Nazis #Joseph_Goebbels geheiratet hat. Das Ende des Zweiten Weltkrieges hat letztendlich dem Vermögen der Quandts nicht besonders geschadet, mit der nächsten Generation konnte der Reichtum weiter aufgebaut werden.

Dies bezieht sich auf alle Linien der Quandt´schen Familie. Doch keiner wurde so vermögend wie die Kinder von #Herbert_Quandt, dem Sohn von Günther aus zweiter Ehe, der mit großem unternehmerischen Können das Werk seines Vaters nach dem Zweiten Weltkrieg sehr erfolgreich weiter geführt hat. Durch seinen Einstieg bei #BMW hat er die Marke als ernsthafter Konkurrent von Mercedes aufgebaut und sie sehr profitabel gemacht, was den Wert dieses Unternehmens um ein Vielfaches gesteigert hat. Parallel dazu,  hat er seine zahlreichen Firmen- Beteiligungen ebenfalls wertmäßig enorm gesteigert. 

Bemerkenswert ist, dass man es in der Familie Quandt doch letztendlich immer verstanden hat, durch nachhaltige Entscheidungen und kluge Berater, unternehmerisch Erfolg zu haben. Dies ist auch bei der heutigen Generation der Quandts so. Ein Grund ist bestimmt die fundierte Ausbildung der jeweiligen Kinder-Generationen, ein zweiter der Hang zur #Zurückgezogenheit. Kein Mitglied des Quandt-Clans hat sich öffentlich zur Schau gestellt, das gilt auch für Susanne Klatten, die vor etwa einem Jahrzehnt nach einem Erpressungsversuch in die Schlagzeilen geraten ist. 

Unternehmerisch haben sie und ihr Bruder Stefan ein ähnlich glückliches Händchen gezeigt wie ihre Vorfahren. Der Erfolg hat sie zu der erfolgreichsten Unternehmerfamilie in Deutschland gemacht und Susanne Klatten zu der reichsten Frau dieses Landes.

Rüdiger Jungbluth hat in seinem bestens recherchierten Buch, die oben angerissenen und viele weitere Punkte sehr ausführlich und spannend nachvollziehbar dargestellt. Wenn man weiß, dass gerade die Familie Quandt sehr zurückhaltend mit internen Informationen umgeht, es gibt kaum Interviews für die Wirtschafts-Presse, für die Yellow-Press überhaupt nichts, dann ist es schon sehr bemerkenswert, welche Informationen der Autor hier zusammen getragen hat. 

Bemerkenswert ist aber auch daraus zu entnehmen, welche Tatkraft, welche Weitsicht und welche Entscheidungsfähigkeit notwendig sind, um ein solches Firmen-Imperium zunächst aufzubauen und es über Generationen zu erhalten, es gar weiter auszubauen. 

Bei all diesen Fähigkeiten darf man jedoch nicht außer Acht lassen, dass ein weiteres Momentum hinzukommen muss, und zwar Glück, oder wie es Friedrich der Große sagte: "Fortune beaucoup de fortune". 

Sehr empfehlenswert 

Peter J. König


Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu Campus und können dort das Buch direkt bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern,http://www.campus.de/buecher-campus-verlag/gesellschaft-wirtschaft/wirtschaft/die_quandts-9966.html